Ferrari 512 TR

 

 

FAHRZEUGDATEN

Farbe: rot

Inverkehrssetzung: 1993

Preis:

Starten wir zu einer Ausfahrt mit dem 512 TR: Der Türöffner verbirgt sich in den seitlichen Rippen. Nachdem der Einstieg in das 1,13 Meter flache Gefährt bewältigt ist, landet man in der Obhut der mit Connollyleder bezogenen Schalensitze. Für ein Mittelmotorauto wirkt das Passagierabteil recht geräumig. Vorwitzig fällt ein Sonnenstrahl durch das Rückfenster, dessen gebogenes Glas an den Dino erinnert. Auf der Lenkradnabe und den Veglia-Instrumenten mit den signalorangefarbenen Ziffern prangt das Cavallino rampante. Als ob man vergessen könnte, in einem Ferrari zu sitzen. Doch die wahre Faszination dieses Autos offenbart sich erst, wenn die 25,6 Kilogramm schwere, siebenfach gelagerte Kurbelwelle des herrlichen Zwölfzylinders zu rotieren beginnt. Der flache 180-Grad-V-Motor, der samt Getriebe den wuchtigen Heckbereich für sich beansprucht, ist ein Kunstwerk mit vier obenliegenden Nockenwellen, 48 Ventilen und rot gefärbten Zylinderkopfdeckeln. Ferrari-Fans wissen: Testa Rossa, also roter Kopf, so hießen schon erfolgreiche Ferrari-Rennsportwagen der 50er Jahre mit Zweiliter-Vierzylinder- und Dreiliter- Zwölfzylinder-Maschine. Damals schrieb man Testa Rossa noch in zwei Worten. Ob sich der 512 TR seiner ruhmreichen Ahnen bewusst ist? Nun aber - Erster Gang links hinten und los. Erstaunlich, wie leichtfüßig der nicht gerade zierliche TR in Fahrt wirkt, und mit welcher Wucht er bei durch-getretenem Gaspedal dem Horizont entgegen stürmt. Jedes Zucken des rechten Fußes beantwortet das 428 PS starke Triebwerk spontan mit Leistungs-schub. Und von den gewaltigen 491 Nm bei 5.500/min bleibt auch bei niedriger Drehzahl so viel Dampf, dass man selbst im fünften Gang beim Beschleunigen selten zurückschalten muss. Es sei denn, es soll fix gehen. Dann heißt es, den Schaltstock energisch durch die offene Kulisse zu jagen, deren innere Ränder für extra schnelle Gangwechsel hartverchromt sind. Wenn nötig, zischt der TR in 16,5 Sekunden auf 200 km/h und knackt sogar die 300-km/h-Marke. Die Begeisterung über Eigenschaften wie die Geräuschkulisse und die gepflegte Kraftentfaltung - gepaart mit einer vorbildlichen Lenkpräzision, Kurvenstabilität und Spontanität des Handlings - gipfelt schlicht in zwei Worten: Ferrari fahren. 2280 Mal wurde der Testa-rossa-Nachfolger gebaut. Mit grosser Freude dürfen wir hier ein wunderbar erhaltenes, von Ferrari Classiche zertifiziertes Exemplar vorstellen, bei dem in bald 30 Jahren gerademal 20000 Kilometer zusammen ge-kommen sind.